Weibliche starke Raucher haben ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken als Nichtraucherinnen. Diesen deutlichen Befund fanden Wissenschaftler um Christopher Li. Sie beendeten damit eine medizinische Kontroverse, denn vorangegangene Studien kamen bisher zu widersprüchlichen Ergebnissen.
Die Forscher untersuchten in
Ihrer Studie 2.000 amerikanische Frauen im Alter von 65 bis 79 Jahren.
Davon war rund die Hälfte an Brustkrebs erkrankt. Da verschiedene
Studien dem Rauchen mal einen deutlichen, mal einen keinen Einfluss auf
das Brustkrebsrisiko bescheinigten, wollten die Forscher nun durch die
Erkundung der Raucherkarrieren und Lebensgewohnheiten der Frauen
die Zusammenhänge aufdecken. Ihren Ergebnissen zufolge müssen Frauen
mit einem Risikoanstieg um 40 Prozent rechnen, wenn sie mit 65 Jahren
und darüber noch rauchen. Um den gleichen Wert steigt das Risiko, wenn
bereits 40 Raucherjahre zurückliegen oder wenn sie vor ihrem ersten
Kind zu rauchen anfingen. Auch wenn sich der Tabakkonsum umgerechnet
auf mehr als eine tägliche Zigarettenpackung über elf Jahre beläuft,
müssen Frauen mit einem um 40 Prozent höheren Risiko rechnen.
Die
Mediziner machten darüber hinaus noch weitere überraschende
Entdeckungen. Frauen über 65 Jahre, die umgerechnet eine Packung
täglich über mehr als zwanzig Jahre rauchten und zusätzlich eine
Hormontherapie machten, steigerten ihr Brustkrebsrisiko um 110 Prozent.
Dieser Befund tritt nur bei Einnahme der Hormone Östrogen und Progestin
ein, nicht aber bei alleiniger Einnahme von Östrogen. Eine Erklärung
liefern die Wissenschaftler dafür nicht.
Quelle: Christopher Li (Fred-Hutchinson-Krebsforschungszentrum, Seattle) et al.: Cancer Causes and Control (Bd. 16, Nr. 8).


