Zyban: der Wirkstoff und die Wirkungsweise
Der Wirkstoff in Zyban® ist Bupropion (Amfebutamon), eine Wirksubstanz, die schon lange in der Therapie von Depressionen eingesetzt wird. Dort wurde sein Wert auch als Entwöhnungsmedikament für Raucher erkannt: der Zufall half dabei. Es wurde beobachtet, dass Depressive Patienten mit dem rauchen aufhörten, nachdem sie mit Bupropion behandelt wurden. Zyban® als Medikament zum Rauchen aufhören ist ein Ergebnis weiterer Forschung. Zuerst wurde Zyban® 1997 in den USA zur Raucherentwöhnung zugelassen; 2000 folgte Deutschland.
Das Medikament greift in den Stoffwechsel der Nervenzellen im Gehirn ein. Er bindet an Rezeptoren und erhöht dadurch die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin. Dopamin ist ein wichtiger Stoff im Belohnungssystem des Gehirns und wird mit Genuss in Verbindung gebracht. Noradrenalin dagegen wirkt Aufmerksamkeitssteigernd und erhöht die Leistungsfähigkeit des Körpers. Zigaretten haben eine ähnliche Wirkung auf den Körper.
Die Sucht nach Tabakrauch entsteht dadurch, dass sich das Gehirn an die erhöhte Konzentration dieser Stoffe gewöhnt. Wenn man mit dem Rauchen aufhört, sinkt die Konzentration von Dopamin und Noradrenalin im Gehirn. Die Folge davon sind Konzentrationsstörungen, erhöhte Reizbarkeit und natürlich auch das Verlangen nach einer Zigarette: die Entzugserscheinungen. Durch die Wirkungsweise von Zyban® wird also die Sucht übergangsweise auf einem anderen Weg befriedigt.
Nebenwirkungen
In der Geschichte des Wirkstoffes kam es bei einigen Personen zu erheblichen Nebenwirkungen. Darunter wurde mehrfach über Krampfanfälle und sogar von Todesfällen berichtet, vor allem bei Personen, die zusätzlich Medikamente gegen Diabetes (Insulin), Malaria oder auch zum Abnehmen (Appetithemmer) einnahmen. Als Folge davon wurde die Dosierungsform geändert, so dass dem Patienten heute mehr Zeit gegeben wird, sich an die Dosis langsam zu gewöhnen.
Heute ist das Entwöhnungsmedikament meistens gut verträglich. Auch das Suchtpotenzial von Zyban® wird als sehr gering eingeschätzt. Am Beginn der Therapie stellen sich relativ häufig Mundtrockenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Hautausschläge und Schlafstörungen ein. Diese Nebenwirkungen von Zyban® vermindern sich bzw. verschwinden während der Rauch-Entwöhnungstherapie. In seltenenen Fällen kam es in Studien auch zu Bauchspeicheldrüsenentzündung und auch Krampfanfällen
Nebenwirkungen im Überblick:
- Schlaflosigkeit (Häufige Nebenwirkung, die vermindert werden kann, indem die Tablette nicht vor dem Schlafengehen eingenommen wird.)
- Trockener Mund
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung
- Zittern, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel
- Depression, Ruhelosigkeit, Angst, Verwirrtheit
- Fieber
- Geschmacksstörungen
- Hautausschlag, Juckreiz, Schwitzen
- Krampfanfälle
- Brustschmerzen
- Blutdruckerhöhung, Gesichtsröte
- Appetitlosigkeit
- Ohrensausen, Sehstörungen
Für wen ist dieses Entwöhnungsmedikament geeignet?
Das Medikament ist rezeptpflichtig. Grundsätzlich können alle Aufhörwilligen sich dieses Medikament zur Rauchentwöhnung verordnen lassen. Sie sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass dieses Medikament auch Nebenwirkungen hat und die Einnahme sehr gewissenhaft erfolgen sollte. Sinnvoll ist die Verordnung daher, wenn Sie starker Raucher sind, eine hohe Motivation haben, mit dem Rauchen aufzuhören und schon mehrere erfolglose Versuche hinter sich haben, auf Dauer Nichtraucher zu bleiben.
Was kostet das Rauchen aufhören mit Zyban®?
Täglich wird eine Pille eingenommen. Diese kostet in etwa 1,50 Euro (je nach Packungsgröße etwas mehr oder weniger). Auch wenn die Krankenkassen die Kosten für das Entwöhnungsmedikament nicht übernehmen, spart das Rauchen aufhören mit Zyban also vor allem bei starken Rauchern relativ kurzfristig Geld ein. Die Kosten der Therapie liegen also deutlich unter den Kosten des Rauchens.
Die Therapie mit Zyban®
Zyban® sollte nur über 7-9 Wochen eingenommen werden. Natürlich bietet auch Zyban® keine 100% Erfolgsquotote. Eine psychologische oder therapeutsche Begleitung der erhöht die Wahrscheinlichkeit, auf Dauer Nichtraucher zu bleiben.
Was spricht gegen eine Therapie mit Zyban®?
Das Medikament darf nicht eingenommen werden, bei Personen, die
- schon einmal Krampfanfälle hatten,
- Gehirntumore haben,
- die einen aprupten Alkoholentzug machen,
- unter Essstörungen leiden oder litten,
- unter schweren Funktionsstörungen der Leber leiden,
- Manisch-depressiven Erkrankungen haben oder hatten.
- Einnahme anderer krampffördernder Arzneimittel
- starker Alkoholmissbrauch
- Schädel-Hirn-Verletzungen in der Krankheitsgeschichte
- Diabetes
Wie hoch sind die Erfolgsaussichten?
Wie bei allen anderen Therapieformen gilt auch hier: eine Garantie, dass man es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören und dauerhaft Nichtraucher zu bleiben gibt es nicht. Eine begleitende fachkundige Betreuung und der Verzicht auf Situationen, die einen Rückfall begünstigen, erhöht die Erfolgsaussicht.
In den Studien zu Zyban® gibt es unterschiedliche Angabe zur Erfolgsquote. In einer großen Studie wird von einer Reduzierung des Konsums nach einem Jahr rauchten bei 30 Prozent der Teilnehmer und von einer völligen Abstinenz von ca. 18% berichtet.


