Entgegen der landläufigen Meinung ist die Ursache der typischen Gewichtszunahme bei Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, nicht der Nikotinentzug, sondern der regelmäßige Nikotinkonsum zuvor.
Darauf deuten zumindest die Ergebnisse einer Studie amerikanischer Forscher an Mäusen hin. Waren die Tiere zuvor an Nikotin gewöhnt, konnten sie sich auch noch Wochen nach der letzten Dosis leichter von Futter verführen werden als Artgenossen, die kein Nikotin bekommen hatten. Der Grund dafür sind wahrscheinlich Veränderungen im Belohungszentrum des Gehirns. Diese werden durch regelmäßigen Nikotinkonsum hervorgerufen.
Es gibt Menschen, die legen nachdem sie Nichtraucher geworden sind deutlich an Gewicht zu. Bei manchen Rauchern, besonders bei Frauen, ist die Angst vor dieser Gewichtszunahme so groß, dass sie sogar aus diesem Grund nicht mit dem Rauchen aufhören – sie wollen die Gewichtszunahme auf jeden Fall verhindern. Nach den Ergebnissen von dem Forscherteam um Brunzell ist es dann jedoch schon zu spät. Nikotin kann zwar kurzfristig den Appetit dämpfen. Auf lange Sicht habe der Stoff aber genau den gegenteiligen Effekt, erklären die Forscher in einer Pressemitteilung: Wiederholter Tabakkonsum erhöhe auch noch Wochen später den Drang nach Essen.
In ihrer Studie klärten die Wissenschaftlern auch auf, welche Schlüsseleiweiße im Gehirn für diesen Effekt verantwortlich sind: Mäuse, denen durch genetische Manipulation ein bestimmter Rezeptortyp für Nikotin fehlte, waren weniger empfänglich für das gesteigerte Verlangen als ihre unveränderten Artgenossen.


