Wohl kaum ein ein anders Verfahren ist so von Mythen begleitet wie die Hypnose. Hypnose ist den meisten Menschen durch Hypnoseshows bekannt, doch entwickelt wurde es ursprünglich als Therapiemethode. Hypnose hat als therapeutisches Verfahren eine lange Tradition. Seit einiger Zeit sind Suggestionen und Trancezustände auch der Bestandteile bei der Raucherentwöhnung.
Die Hypnose wird heutzutage von der modernen
Psychotherapie, Medizin und Zahnmedizin zunehmend wieder erkannt,
nachdem sie jahrelang eher als unseriöser "Hokus-Pokus" abgetan wurde.
Um das Phänomen "Hypnose" ranken sich viele Legenden und Mythen, die
meistens unwahr oder zumindest maßlos übertrieben sind. Dies kommt
nicht zuletzt durch eine Verwechslung von sogenannter "Show-Hypnose"
und der Art Hypnose, die zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird.
Ein weiterer Grund ist die geschichtliche Herkunft der Hypnose, die in
der frühen Entwicklungsphase in schamanistischen Ritualen eingesetzt
wurde.
Im
Folgenden werde ich mehr auf diese Form der Aufmerksamkeitslenkung
eingehen, da das die häufigste Art und Weise ist, die von Anbietern von
Nichtraucherseminaren, die mit Hypnose arbeiten, eingesetzt wird.
Subjektiv
wird der hypnotische Zustand (Trancezustand), in denen sich Klienten
während einer Sitzung befinden, in der Regel als tiefe Entspannung
empfunden. Dadurch wird es dem Klienten ermöglicht, lebhafte innere
Bilder oder Gefühle zu wecken, die oftmals als intensiver und "realer"
wahrgenommen werden, als solche, die im Wachzustand erlebt werden. Man
kann hypnotische Zustände auch mit besonders intensiven Tagträumen
vergleichen mit dem Unterschied, dass der Hypnotiseur immer wieder die
Aufmerksamkeit seines Klienten durch Suggestionen auf bestimmte Dinge
lenkt, die für den therapeutischen Prozess bzw. für die Entwicklung des
Klienten hilfreich sind. Haben Sie schon einmal ein Buch gelesen, das
Sie so gefesselt hat, dass Sie Ihre Umgebung nicht mehr wahrgenommen
haben und für eine Weile, weil Sie sich zum Beispiel mit einem der
Protagonisten identifiziert haben, ein Teil der Handlung wurden? Oder
haben Sie schon einmal einen Film gesehen, der Sie berührt hat und
Emotionen wie Freude, Zufriedenheit oder auch Trauer ausgelöst hat,
obwohl Sie die Menschen in dem Film nicht wirklich kennen? Auch das
sind alltägliche Trancephänomene und Hypnose macht sich diese Fähigkeit
des Menschen, sich in solche Zustände zu versetzen zu nutze. Da der
Mensch in seinem bewussten Erleben sehr eingeschränkt ist, sind wir
mehr oder weniger immer in Trance. Dass wir unbewusst viel mehr
Wahrnehmen als wir im Alltag bermerken, verdeutlicht vielleicht
folgendes Experiment:
Während Sie diese Zeilen lesen, sind Sie
möglicherweise mit Ihrer Aufmerksamkeit damit beschäftigt, zu
verstehen, was hier steht. Fühlen Sie wie Ihre Beine den Stuhl
berühren? Wahrscheinlich spüren Sie es jetzt, nachdem Sie diese
Suggestion gelesen haben, obwohl diese Empfindung schon die ganze Zeit
da war! Sie spüren es bewusst aber erst dann, sobald Sie Ihre
Aufmerksamkeit darauf lenken. Wie ist es mit den Geräuschen um Sie
herum? Auch das haben Sie wahrscheinlich erst bewusst wahrgenommen, als
ich Sie darauf aufmerksam gemacht habe. Halten Sie Ihren Blick auf das
gerichtet, was hier steht. Was sehen Sie, den Blick weiter auf diese
Stelle gerichtet außerdem noch? Was befindet sich sonst noch auf Ihrem
Tisch? Diese Dinge waren schon die ganze Zeit da und doch nehmen Sie
sie erst jetzt wahr. Diese Beispiele mögen illustrieren, wie sehr
unsere Aufmerksamkeit und damit unser bewusstes Erleben eingeschränkt
ist! Anders ausgedrückt: obwohl wir über einen unglaublich großen
Schatz an unbewusst verarbeiteten Informationen verfügen, nutzen wir
für die Lösung von Problemen nur einen verschwindend geringen Teil.
Unter Hypnose werden diese Informationen und Lösungen dem Klienten
verfügbar gemacht.
Dies alles erfolgt über eine Art hypnotischer
Sprache, die ein gut ausgebildeter Hypnotiseur beherrscht. Dieser
versucht über diese Analogien und Geschichten (indirekte Suggestionen)
oder über direkte Suggestionen, also direkte Anweisungen, was der
Klient tun soll, Lösungen für bestimmte Probleme zu ermöglichen.
In
Nichtraucherseminaren wird Hypnose vor allem dazu eingesetzt, um
Entzugserscheinungen erträglich zu machen und die Attraktivität, die
Zigaretten auf den Raucher ausüben, zu reduzieren.


